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Pestizide in Lebensmitteln
Höchstmengenfestlegung und Belastung
Wolfgang Reuter
Zusammenfassung
Bei der Festsetzung von Höchstmengen für Pestizide in Lebensmitteln werden derzeit verschiedene Faktoren nicht bzw. nicht ausreichend berücksichtigt. Hierzu gehören unter anderem die Kombinationseffekte von Pestiziden, die besondere Empfindlichkeit von Kindern, lückenhafte toxikologische Kenntnisse der Wirkstoffe und die Berechnung der Aufnahmemengen von individuell bevorzugten Erzeugnissen. Die Belastung der Lebensmittel mit Pestiziden in Deutschland nimmt dabei zu: im Durchschnitt sind um 10 % der analysierten pflanzlichen Erzeugnisse über dem zulässigen Höchstwert belastet, ein Drittel ist mit mehr als einem Wirkstoff belastet. Gleichzeitig gibt es Hinweise, dass Pestizide eine Ursache für verschiedene, in den letzten Jahren beobachtete gesundheitliche Entwicklungen (z.B. Krebs, Gehirnerkrankungen) sein können. Eine Reduzierung der Exposition ist daher, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des EU-Vorsorgeprinzips, vor allem bei Kindern dringend geboten.
Summary
For the determination of Maximum Residue Limits for Pesticides in food several factors are not considered sufficiently. These are (among others): Combined effects of pesticides, the particular sensitivity of toddlers, the incomplete toxicological knowledge of pesticides and the calculation of uptake of individually preferred products. The contamination of food with pesticides increases in Germany: In average, 10 % of all analysed fruit and vegetables exceed the legal limits and one third is contaminated with more than one pesticide. In the same time, there are indications of a connection between pesticides and several sicknesses like cancer or brain diseases observed in the recent years. Therefore, the precautionary principle of the EU should be applied: the exposition of pesticides should be reduced, especially for children.
umwelt-medizin-gesellschaft 19 (1): 37-42
Autor: Dipl. Biol. Wolfgang Reuter, Fach-Toxikologe, ForCare, Kapellenweg 1a, 79100 Freiburg, w.reuter@for-care.de, www.for-care.de
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