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Abgereichertes Uran und seine schädlichen Wirkungen auf Soldaten und Zivilbevölkerung

Rosalie Bertell

Zusammenfassung
Seit 15 Jahren ist die Debatte über abgereichertes Uran (DU) und seine schädlichen Wirkungen auf die Gesundheit der Veteranen des Golf-Kriegs von 1991, des irakischen Volkes und Militärs (und schließlich der Bevölkerung Kosovos, Afghanistans und des Irak während des zweiten Krieges) noch nicht abgeschlossen. Inzwischen ist die Anzahl der Veteranen des Golf-Krieges, die das sogenannte Golf-Kriegs-Syndrom entwickelt haben, auf etwa ein Drittel der 800.000 eingesetzten US-Soldaten angestiegen; wie viele von denen krank wurden, die in den folgenden Kriegen eingesetzt waren, weiß man nicht. Unzählige Zivilisten und Personal anderer Nationen, die seit 1991 im Irak und in anderen Kriegen gekämpft haben, sind ebenfalls betroffen. Die Veteranen leiden an verschiedenen schwerwiegenden physiologischen Störungen und haben wenig oder keine offizielle Anerkennung, medizinische Hilfe oder Entschädigung erhalten. Wir müssen die ganze Sache noch einmal neu anschauen, indem wir ein ganzheitliches und interaktives Modell anwenden, um der toxischen Vielfalt der Substanzen, denen die Menschen ausgesetzt waren, gerecht zu werden, und die Haupthindernisse erkennen, die die Lösung der wissenschaftlichen Fragen blockieren und geeignete medizinische und politische Antworten finden. Der folgende Kommentar ist ein solcher Versuch.


Summary
For 15 years, the debate about depleted uranium (DU) and its detrimental effects on the health of veterans of the Gulf War of 1991, on the Iraqi people and military (and subsequently on the people of Kosovo, Afghanistan, and Iraq during the second war) has remained unresolved. Meanwhile, the number of Gulf War veterans who have developed the so-called Gulf War syndrome has risen to about one-third of the 800,000 U.S. forces deployed, and unknown proportions of those involved in the subsequent wars.
Uncounted civilians and personnel of other nations that fought in Iraq and other wars since 1991 have also been afflicted. The veterans have suffered from multiple serious physiological disorders and have received little or no official recognition, medical relief, or compensation. We need to take another look at this issue, using a holistic and interactive model for the toxic matrix of exposures, identifying the major roadblocks to resolving the scientific questions, and finding appropriate medical and political responses. This commentary is such an attempt.

(Nachdruck aus Zeit-Fragen Nr. 41 vom 11.10.2006, mit freundlicher Genehmigung der Genossenschaft Zeit-Fragen. Original: Occupational Hazards of War, Depleted Uranium: All the Questions about DU and Gulf War Syndrome are not yet answered, International Journal of Health Services 36(3): 503-520, 2006 © 2006, Baywood Publishing Co., Inc.)

umwelt medizin gesellschaft 20(1): 34-43

Autorin: Dr. Rosalie Bertell, 1750 Quarry Road, Yardley PA 19067-3910, Canada, rosaliebertell@greynun.org