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Die Notwendigkeit einer öffentlichen Debatte über Computer-Tomographie (CT)-Diagnostik bei Kindern
Wider die politischen Tabus im Strahlenschutz

Lynn Howard Ehrle, Rosalie Bertell und Inge Schmitz-Feuerhake

Zusammenfassung
Die Computertomographie (CT) ist eine Röntgenuntersuchung mit vergleichsweise hoher Strahlenbelastung. Dieser Artikel befasst sich daher mit Strahlenfolgen in Hinblick auf CT-Anwendungen bei Kindern. Er beruht auf frühen wissenschaftlichen Studien, die in der Strahlenforschung nur selten berücksichtigt werden, und gibt eine Abschätzung über die Krebstodesfälle an, die aufgrund einer Anzahl von 6,5 Millionen pädiatrischer CT-Untersuchungen in den USA zu erwarten sind. Danach erleiden 1,8 Prozent der untersuchten Kinder im späteren Leben ein strahlenbedingten Krebstod. Die Autoren setzen bei einem wichtigen gesundheitspolitischen Dokument an, das vom Nationalen Krebsinstitut (National Cancer Institute, USA) zusammen mit der Gesellschaft für Pädiatrische Radiologie (USA) veröffentlicht wurde - insbesondere bei ihrer Schlussfolgerung, dass die Dosis bei der CT ein "Problem der öffentlichen Gesundheitspflege" darstellt. Die Autoren fordern Diskussionen zwischen den Standesorganisationen der Radiologie und gemeinnützigen Gesundheitsorganisationen mit dem Ziel, die CT-Anwendungen wesentlich zu reduzieren.


Abstract
Pediatric CT research elevates public health concerns: lowdose radiation issues are highly politicized
Computed tomography (CT) uses X-rays for three-dimensional imaging which leads to rather high exposure of the patient. With a focus on pediatric CT, this article presents an analysis of issues related to low-dose radiation. It references several early studies that are seldom quoted in radiation research papers, then quantifies the excess lifetime fatal cancer yield attributable to an estimated 6.5 million pediatric abdominal CT scans. It results in an 1.8 percentage of the examined children which will later die by radiation-induced cancer. The authors highlight an important policy document issued jointly by the National Cancer Institute and the Society for Pediatric Radiology-specifically, its conclusion that a small dose from CT represents "a public health concern." The authors call for discussions between professional radiology societies and public interest health organizations in order to achieve significant reductions of CT-examinations.


umwelt medizin gesellschaft 21(1): 38-43

Autoren: Lynn Howard Ehrle, Rosalie Bertell, Inge Schmitz-Feuerhake; Korrespondenzadresse: Dr.rer.nat. Inge Schmitz-Feuerhake, Univ.-Prof. i.R., Peter-Michels-Str. 54, 50827 Köln, ingesf@uni-bremen.de.