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Ergebnisse der Toner-Pilotstudie zu Gesundheitsbeeinträchtigungen bzw. Gesundheitsschäden bei exponierten Büroangestellten

Ziel der vorliegenden Pilotstudie war es zu untersuchen, ob und gegebenenfalls in welchem Maße der Betrieb von Laserdruckern und Fotokopiergeräten in Büroräumen Einfluss auf die Innenraumluftqualität besitzt und ob es sich bei von Büroangestellten geäußerten Gesundheitsbeschwerden um ein definierbares Beschwerde- bzw. Symptommuster handelt, das mit Büroarbeitsplätzen, Drucker- und/oder Fotokopiererbetrieb assoziiert sein könnte. Die Studie wurde dabei als Pilotstudie angelegt, die primär zur Aufgabe hatte, Erhebungsinstrumente auszuwählen und auf ihre Einsetzbarkeit zu überprüfen. Es war nicht Gegenstand der Untersuchung, durch die Ergebnisse zu einer abschließenden Risikobewertung der Exposition gegenüber Emissionen aus Laserdruckern und Fotokopierern zu kommen.

Bei der vorliegenden Studie handelte es sich um eine Pilotstudie. Verallgemeinernde oder statistisch belastbare Aussagen im Hinblick auf Expositionshöhen und gesundheitliche Effekte sich daher nicht möglich, sondern allenfalls in ihrer Tendenz abschätzbar, was als Grundlage zur Generierung von Arbeitshypothesen für weiterführende, Beziehungswahrscheinlichkeiten oder Kausalitäten aufklärende Untersuchungen dienen sollte.
Deutlich wurde die hohe Variabilität der Parameter realer Büroräume sowie die ebenso hohe Variabilität des Einflusses beim Betrieb von Laserdruckern und Fotokopierern auf die Luftqualität in den Büroräumen, was für eine Expositionsabschätzung prinzipiell immer die detaillierte Betrachtung des jeweils einzelnen Raumes notwendig macht. Mittelungen von Messergebnissen - wie auch in vorliegenden Studie für die statistischen Bewertungen durchgeführt - können wegen der Nicht-Standardisierbarkeit des Realraums nicht zu einer Abschätzung der individuell zu erwartender Expositionen und damit auch nicht von Risiken verwendet werden.

Schlussfolgerungen
Aus den Ergebnissen der Pilotstudie geschlussfolgert werden, dass sich sowohl im innenraumanalytischen wie auch im probandenbezogenen Studienteil die eingesetzten Instrumente sowie das Studiendesign weitgehend als geeignet erwiesen haben und somit - zum Teil nach Modifikation - auch in weiterführenden Studien eingesetzt werden können. Für die innenraumhygienisch wichtigen Parameter Ozon und Formaldehyd sollten in diesem Zusammenhang selektivere und sensitivere Methoden eingesetzt werden, was sicherlich neue Fragen an die Messlogistik (Umfang des "Geräteparks") stellen wird.
Neben den gewonnenen, methodischen und instrumentellen Erkenntnissen wurden zudem deutliche Hinweise auf eine mögliche Beeinflussung der Innenraumluftqualität durch den Betrieb von Druckern und Kopieren gefunden. Als Befund ist die beobachtete Staub- und Feinstaubbelastung der Büroraumluft hervorzuheben, die beim Betrieb von Laserdruckern oder Kopiergeräten häufig deutlich zunimmt und die schon unter quantitativen Aspekten als hygienisch, wenn nicht gar gesundheitlich bedenklich zu werten ist. In diesem Kontext ist auch der initiale Burst der Emission feiner und ultrafeiner Partikel beim Druckprozess zu sehen, dessen gesundheitliche Bedeutung derzeit ebenfalls nicht abschätzbar ist. Welche chemische und physikalische Partikeleigenschaften hier eine Rolle spielen, bleibt ebenso offen wie die Frage, welche Komponenten des Druckgerätes für diese Emissionen überhaupt verantwortlich sind.
Darüber hinaus ergaben sich Hinweise auf Muster an Gesundheitsbeschwerden bei den untersuchten Personen. So glichen die von den Probanden im Zusammenhang mit Tonern berichteten Beschwerden denen des "Sick-Building-Syndroms" (SBS) und bestanden im Wesentlichen aus irritativen Schleimhautbeschwerden im Sinne einer "Mucous Membrane Irritation" (MMI). Beim SBS-Syndrom wird eine multifaktorielle Genese angenommen, das Syndrom ist in seiner Ätiologie bisher ungeklärt. Somit stellen die hier bei Probanden mit tonerbezogenen Gesundheitsbeschwerden beobachteten Symptome zwar kein neues Syndrom dar, es gilt jedoch herauszufinden, welche Bedeutung eine Exposition gegenüber laserdruckerspezifischen Emissionen an dieser wiederholt und in unterschiedlichen Fragestellungen beobachteten SBS/MMI-Symptomatik zukommt.
Das Auftreten einer unspezifischen bronchialen Hyperreagibilität (UBH) bei 7 von 11 für die Zusatzuntersuchungen (Ganzkörperplethysmographie) gewonnenen Probanden wirft zudem die Frage auf, ob Expositionen gegenüber Stäuben oder laserdruckerspezifischen Emissionen und die beobachtete individuelle Suszeptibilität im Sinne eines synergistischen Effektes zu werten sind oder ursächlich mit einer UBH in Verbindung gebracht werden können.
Schlussfolgernd kann festgestellt werden, dass sich aus den in dieser Studie gewonnenen Erkenntnissen über Innenraumluftbelastungen und dem Spektrum der beobachteten Gesundheitsbeeinträchtigungen Fragestellungen generieren, die vor einer belastbaren Gefährdungs- bzw. Risikoanalyse einer Exposition gegenüber den Emissionen aus Laserdruckern oder Fotokopiergeräten zu beantworten sind. Dies wird durch Publikationen in der aktuellen und internationalen Literatur untermauert. Untersuchungen zur genaueren analytischen Charakterisierung und Quantifizierung der Emissionen aus Laserdruckern und Kopierern, Untersuchungen zellbiologischer Effektparameter, humane Interventionsstudien, epidemiologische Erhebungen und Kasuistikstudien werden vorgeschlagen, um die Frage zu beantworten, welche gesundheitlichen Effekte gegebenenfalls bei einer Exposition gegenüber laserdrucker- bzw. fotokopiererspezifischen Emissionen zu erwarten sind.
Darüber hinaus erscheinen unter Vorsorgeaspekten schon auf der Basis des derzeitigen Erkenntnisstandes präventive Maßnahmen zum Gesundheitsschutz (Expositionsminimierung) angezeigt.

(Quelle: BfR: Pilotstudie: Evaluierung möglicher Beziehungen zwischen Emissionen aus Büromaschinen, insbesondere aus Fotokopierern und Laserdruckern, und Gesundheitsbeeinträchtigungen bzw. Gesundheitsschäden bei exponierten Büroangestellten (Abschlussbericht vom 08.01.2008) unter
http://www.bfr.bund.de/cm/252/pilotstudie_evaluierung_
moeglicher_beziehungen_zwischen_emissionen_aus_
bueromaschinen_abschlussbericht.pdf
.)


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