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Technopathogenologie - Ein fachspezifischer Beitrag zu einem fachübergreifenden Phänomen

Teil 2: Entwicklung eines Forschungs- und Lehrprogramms 1
Guillermo M. Eguiazu und Alberto Motta

1Der 1. Teil Transdisziplinäre Grundlagen erschien in umwelt-medizin-gesellschaft 18 (1): 41-48

Zusammenfassung
Wie ist die Tatsache zu beurteilen, wenn es bei einem Medikament, das dem Wohl der Menschen dienen soll, dennoch unerwartet zu schweren negativen Wirkungen kommt? Wie ist über die Sicherheit und Verantwortbarkeit anderer Technologien zu urteilen, die nicht an die Vorschrift gebunden sind, die Gesundheit wiederherzustellen oder wenigstens nicht zu schädigen?
Wäre es nicht vernünftig zu denken, dass das unerwartete Gesundheitsrisiko von noch viel höherer Bedeutung sein könnte als der technologische Fortschritt selbst?
Dieses Phänomen, das wir mit dem Ausdruck "Technopathogenie" definiert haben, verdient besondere Aufmerksamkeit. Dabei ist bewusst zu machen, dass es sich von den allgemeinen technikbedingten Beeinträchtigungen der Natur wesentlich unterscheidet. Zur Bewältigung der Probleme erscheinen die klassischen Wissenschaften keineswegs ausreichend, gefordert ist vielmehr ein Paradigmenwechsel im Sinne einer transdisziplinären Fokussierung von unerwarteten gesundheitsschädigenden Technik-Nebenwirkungen. Hierzu gehört ein grundsätzlich neues Bewusstsein, das nur aus der unvoreingenommenen und freien geistigen Konfrontation mit den anstehenden Problemen erwachsen kann.
In diesem zweiten Teil werden die persönlichen Erfahrungen der Autoren beschrieben.
Aus einer konkreten experimentellen Arbeit über Aflatoxine entstand das Leitmotiv der Technopathogenologie, der Schutz der Menschengesundheit vor den nicht augenfälligen technologischen Risiken.
Es werden die für das Erkennen des Phänomens sowie die für die Einführung eines Programms für technopathogenologische Forschung logischen Schritte beschrieben und eine Methodik zu Forschung und Lehre skizziert.


Summary
How do we judge the fact, if medicinal drugs supposed to serve the benefit of humankind nevertheless cause unexpectedly grave negative effects? How do we judge the safety and how do we justify the using of other technologies not bound by regulations to restore health or at least not to harm? Wouldn’t it be sensible to consider that unexpected health hazards may be of higher importance than progress in technology?
We define the phenomenon of unexpected health hazards due to technology as “technopathogenesis”. It deserves extraordinary attention and it should be taken into account that it differs essentially from general adverse effects on nature caused by technology.
A classic approach in science appears unsufficient in mastering the problems, they rather require a paradigma shift in the sense of transdisciplinary focussing on unexpected side effects of technology with adverse impacts on health. Associated with this purpose is a fundamental new philosophy, that could only be a result of unbiased and free mental analysis of current problems.
In this second part,the authors describe their personal experience: how technopathogenology was sustained after a research study on Aflatoxins. The research activities were carried out with the leit motiv of the protection of human health from hidden technological risks.
The following steps are described so as to recognize the phenomenon and to definitely start a programme of technopathogenological investigation. They also sketch a tentative methodology
for the study of the phenomenon and its college teaching.


umwelt-medizin-gesellschaft 18 (2): 137-141
Autoren: Prof. Dr. Guillermo M. Eguiazu und Alberto Motta
PROCABIE (Programa Calidad biológica y Biopatologica del Intorno Humano
C. C. No 721, S2000WAH - Rosario, Argentina


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