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Gesundheitsrisiko infolge natürlicher Radioaktivität in Wohn- und Aufenthaltsräumen
Andreas Guhr und Bernd Leißring

Zusammenfassung
Neuere Gesundheitsstudien zum Lungenkrebsrisiko der Bevölkerung beim Aufenthalt in Gebäuden haben deutlich höhere Gesundheitsrisiken ergeben, als bislang angenommen. Von jährlich 40.000 Neuerkrankungen an Lungenkrebs in Deutschland sind allein 3.000 auf die Inhalation des radioaktiven Edelgases Radon in Gebäuden zurückzuführen. Im Ergebnis von Modernisierungsmaßnahmen an Gebäuden, beispielsweise gemäß den Vorgaben der Energieeinsparverordnung EnEV 2002, mit dem Ziel der effizienteren Nutzung von Energie, steigt die Radonkonzentration in etwa der Hälfte der Fälle um den Faktor 2 bis 8 an. Mit Hilfe des neuartigen Expertsystems SAORIS lässt sich erstmals bereits vor Beginn einer geplanten Moderni-sierungsmaßnahme zur Energieeinsparung die zu erwartende Radonkonzentration nach Abschluss der Bauarbeiten prognostizieren. Durch geeignete präventive Maßnahmen unter Einbeziehung des Prinzips der Optimierung können potenzielle Gesund-heitsgefahren infolge steigender Radonkonzentrationen vermieden werden.


Summary
Newer health-studies to the lung-cancer-risk of the population through the radon-exposition in buildings has yielded clearly higher lung cancer risk as previously estimated. By annually 40000 new lung-cancer-cases in Germany, 3000 are attributed to the inhalation of the radon in buildings. The rebuilding of these buildings to the purpose of energy-saving according to the EnEV 2002, is responsible for a two- to eigthfold increase of the radon exposure in nearly 50 % of the reconstructed buildings. In some cases a factor of 10 or 12 was found. A special software, SAORIS, was developed in order to predict in the advance of the planned reconstruction the most probable change of the radon concentration. In the case of a prediction of to high values of the radon concentration now the reconstruction-measure can be optimized on this basis so that no health-endangering radon-exposition originates.



umwelt-medizin-gesellschaft 18 (2): 126-129
Autoren: Dr. Andreas Guhr, Kompetenzzentrum für Radonsicheres Bauen und Sanieren e.V
Dr. habil Bernd Leißring, Akademie zur Erforschung und Abwehr von Umweltschäden und zur Biologischen Regeneration e.V., Korrespondenzanschrift: Dr. Andreas Guhr, Dorothea-Viehmann Str. 28, 12524 Berlin


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