Zusammenfassung
Die Frage, ob es eine negative Beeinflussung der Gesundheit des Menschen oder von Nutztieren durch gepulste hochfrequente elektromagnetische Felder gibt, erwächst aus der Sorge, ob möglicherweise durch die rasche Zunahme der mobilen Telekommunikation und die zu diesem Zwecke installierten technischen Einrichtungen die Bevölkerung in einem nicht mehr vertretbaren Maße gesundheitlichen Risiken ausgesetzt wird. Bisher gibt es in der Literatur keinen Konsens über einen biologischen Mechanismus, der im Labor in einer jederzeit nachprüfbaren Weise zu entsprechenden Krankheitsbildern führt. Zur Klärung dieser Frage kommen in erster Linie epidemiologische Untersuchungen in Frage, da diese auch ohne einen bekannten biologischen Vorgang Aussagen über die medizinische Relevanz von vermuteten Einflussgrößen gestatten.
Die vorliegende Studie schlägt vor, zunächst im ländlichen Raum mit vertretbarem Aufwand ein elektromagnetisches Kataster einzurichten. Mathematische Modelle für die Ausbreitung der Felder in dünn besiedelten Gebieten erlauben in der Regel hinreichend genaue Aussagen über den zeitlichen Verlauf der elektromagnetischen Feldstärken an jedem Ort. Neben der Humanmedizin erscheint es sinnvoll, die Untersuchungen in den veterinärmedizinischen Bereich auszudehnen. Beim Weidevieh, insbesondere im Bereich der Milchviehhaltung, könnten vorhandene, sorgfältig gepflegte Datenbestände etwa über Missbildungen bei der Geburt von Kälbern für die Untersuchung herangezogen werden. Die benutzten Weideflächen lassen sich in der Regel zuverlässig lokalisieren, so dass der Aufenthaltsort der Tiere gut zugeordnet werden kann.
umwelt-medizin-gesellschaft 18 (2): 134-136
Autor: Prof. Dr. Bernhard Neudecker, Institut für Angewandte Forschung Memmingen (IAFM), In der Neuen Welt 10, D- 87700 Memmingen, bernhard.neudecker@fh-kempten.de
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