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Elektrosensibilität: Wie erkennen? Wie behandeln?

Das Phänomen der Elektrosensibilität ist seit vielen Jahrzehnten bekannt und erforscht und ein weltweit zu beobachtendes Phänomen. Durch die derzeitige rasante Zunahme von elektromagnetischen Feldern v.a. der Hochfrequenz (Mobilfunk) in allen Lebensbereichen bei Tag und Nacht gewinnt dieses Phänomen eine immer dramatischere Bedeutung.

Künstliche elektromagnetische Felder des Mobilfunks liegen genau im Frequenzbereich der natürlichen, die Lebensvorgänge steuernden elektromagnetischen Schwingungen. U.a. aufgrund von Resonanzphänomenen sind die künstlichen elektromagnetischen Schwingungen v.a. des Mobilfunks damit permanente Störsender für unsere biologische Lebenssteuerung. Sie zwingen den natürlichen Schwingungen der Zellen und Organe unnatürliche Schwingungen auf und veranlassen den Organismus zu Stress- und Falschreaktionen. Das hat Folgen für die Zellreifung, die Fließeigenschaft des Blutes, den Säure- Basenhaushalt, das "antioxydative Konzert", erhöht die freien Radikale, führt zu Energiemangel in den Zellen, stört z.B. Hormone, die für Schlafrhythmus und Krebsabwehr zuständig sind, befördert das Eindringen von Umweltgiften in den Gehirnkreislauf, veranlasst Brüche in der Erbsubstanz usw. Dies betrifft - in unterschiedlichem Ausmaß - jeden Menschen und alle Lebewesen und kann alle erdenkbaren Krankheitszustände verursachen bis zur Krebsförderung und -entstehung.
Elektrosensibilität ist die - unfreiwillige - "Fähigkeit", derartige Belastungen des Organismus durch elektromagnetische Felder mittels körperlicher und / oder seelischer subjektiver und objektiver Beschwerden und Störungen wahrzunehmen. Dabei handelt es sich, vergleichbar mit anderen allergischen Reaktionen, um eine überschießende Reaktion des Immunsystems und der Selbstregulation auf elektromagnetischen Stress bzw. um den Ausdruck einer Überlastung des Immunsystems und den Verlust der Homöostase. Das Typische an diesem Symptomenkomplex ist - zu Beginn - das Auftreten der Beschwerden im zeitlichen und räumlichen Zusammenhang mit Belastung durch elektromagnetische Felder und deren vollständiges Verschwinden bei Minderung der Belastung. Ebenso typisch ist, dass das Beschwerdebild von Patient zu Patient verschieden ist in Abhängigkeit von der individuellen Reaktionslage, vom Lebensalter, von der Dauer und Intensität der Belastung, von Vorschädigungen und schon bestehenden anderen Erkrankungen, von gleichzeitig auftretenden anderen Belastungen und von den Möglichkeiten der Erholung und Entlastung. Das "Spezifische" an Elektrosensibiltät ist also die komplexe und unspezifische Symptomatik. Allerdings kristallisieren sich immer mehr Schwerpunkte der Beschwerden und v.a. typische Anfangsreaktionen heraus. Dies erschwert das Erkennen und Differenzieren der Elektrosensibilität. Es existieren keine einfachen und bei jedermann gleich einsetzbaren Diagnoseverfahren.
Für eine Diagnosestellung ist deshalb eine charakteristische anamnestische Konstellation ausschlaggebend sowie eine ganzheitliche und umweltmedizinisch orientierte Exploration. Dabei bedarf es auch Aufmerksamkeit und Erfahrung, um Beschwerden infolge elektromagnetischer Belastung von Projektionen zu unterscheiden, bei denen Beschwerden anderer Ursachen auf das Feld "Elektrosmog" übertragen werden. Die verbreitete völlige Unkenntnis verführt leider viele Mediziner wie auch die Umwelt der betroffenen Menschen dazu, die Beschwerden nicht ernst zu nehmen, die Ursachen zu leugnen und die Patienten in die Ecke der Hysterie oder Psychiatrie zu stellen. Die oft mühsame individualisierende und differenzierende Diagnostik wird aus Unkenntnis unterlassen. Die voreilige Einstufung in einen psychiatrischen Erklärungsbereich durch Mediziner, Gutachter und Umfeld erhöht den Leidensdruck und oft genug auch die Isolation der betreffenden Patienten noch zusätzlich zu dem vorhandenen Leidensdruck in erheblichem Maße. Evtl. Therapieversuche mit symptomatischen Mitteln sind meist wirkungslos und enttäuschend.
Da elektromagnetische Felder auch schwere psychische Symptome von Ruhelosigkeit über Depression bis hin zu neurotischen Reaktionen auslösen können, werden diese Symptome oft als die ursprüngliche Erkrankung missdeutet. Das gleiche gilt für den anderen Aspekt: Menschen, die lange genug unverstanden und stigmatisiert worden sind, neigen zu ähnlichen reaktiven Symptomen der Depression, Rückzugstendenzen und neurotischer Erlebensweisen aufgrund der ständigen Isolation und des Unverständnisses. Beide Tendenzen können sich gegenseitig noch verstärken und liefern denen, die die genannten Zusammenhänge nicht wahrhaben, erneut den scheinbaren Beweis für ihre falsche These der Einbildung und der Hypochondrie.
Bei anhaltender Belastung mit elektromagnetischen Feldern und / oder als Folge der oben beschriebenen Dynamik kommt es zu einem "Kippeffekt", d.h. das Anhalten der von Elektrosmog zunächst ausgelösten Beschwerden auch über eine erkennbare Exposition hinaus. Treten die Beschwerden zunächst im Zusammenhang mit erhöhter Belastung auf und verschwinden wieder bei verminderter Belastung, so bleiben sie nach einiger Zeit auch unabhängig von der Belastung bestehen. Dies ist eine typische Reaktion des Organismus bei über längere Zeit anhaltenden Belastungen, die nicht mehr ausreichend kompensiert werden können. Damit entfällt der ursprünglich augenfällige Zusammenhang zwischen auslösender Belastung und Symptom. Auch das kann als Beweis dafür fehlgedeutet werden, dass die Beschwerden nichts mit Belastung durch elektromagnetische Felder zu tun haben.
Häufig ist zu beobachten, dass Menschen, die besonders elektrosensibel sind, andere Vorbelastungen haben, z.B. Schwermetallbelastungen, Allergien, Stoffwechselstörungen usw. Auch dieser Umstand führt dann dazu, dass die Existenz von Elektrosensibilität geleugnet und die Beschwerden entweder auf Einbildung oder auf andere Faktoren zurückgeführt wird.

Was tun zur Entlastung, Unterstützung und Behandlung?
Der wichtigste erste Schritt: die Patienten ernst nehmen, ihre Wahrnehmung und ihr Leiden würdigen, sie von dem Beweisdruck befreien und vom Stigma als Hypochonder entlasten.
Dann müssen Möglichkeiten der sofortigen und der langfristigen Entlastung von Strahlenbelastung geklärt und eingeleitet werden. Da es sich bei der Elektrosensibilität um ein multifaktorielles Geschehen handelt, ist die umfassende Entlastung von sensibilisierenden Kofaktoren zu betreiben (z.B. Metallentfernung, Zahnsanierung, Toxikologische Diagnostik und Therapie, ganzheitliche Behandlungsweisen, Umweltmedizinische Behandlung, Wohn- und Schlafplatzsanierung usw.).
Ziel sollte sein, die Patienten dabei zu unterstützen, die Perspektive der Wiedergewinnung eigener Handlungsfähigkeit und der Gesundung durch Stärkung der eigenen - psychischen wie somatischen - "Immunkompetenz" zu stärken, aus der Opferrolle herauszutreten und die eigenen Ressourcen zu mobilisieren. Dies kann bei durch Elektrosmog geschwächten Menschen ein besonders großes Problem sein. Angesichts der für den Einzelnen nicht beeinflussbaren Zunahme der Mobilfunkbelastung ist sowohl die Solidarität der nahen Menschen wie auch die Aufklärung und Einbeziehung von Nachbarn, von Kollegen, von Arbeitgebern usw. bedeutsam.

Kontakt:
Dr. med. Wolf Bergmann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Homöopathie, Reichsgrafenstr. 28,79102 Freiburg, Tel. 0761 - 55 611 41, Fax 0761 - 50 36 78 17, wolf.bergmann@tele2.de