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Der Klimawandel schreitet voran
Die Forschungsergebnisse des Jahres 2005 zeigen sehr deutlich: 2005 dürfte als das zweitwärmste Jahr in die Geschichte der Klimaaufzeichnungen eingehen. Extreme Witterungsabläufe nehmen zu. Vorläufigen Berechnungen der Weltmeteorologieorganisation (WMO) zufolge weicht die globale Mitteltemperatur des Jahres 2005 um +0,47°C vom Mittelwert der Vergleichsperiode 1961-1990 ab. Damit gehört es zu den wärmsten Jahren seit Beginn der Beobachtungen 1861 und gilt derzeit als das weltweit zweitwärmste Jahr; die endgültige Einordnung veröffentlicht die WMO im Februar 2006. Die neun wärmsten Jahre liegen zwischen 1995 und 2005 - nichts veranschaulicht die kontinuierliche Aufheizung unseres Planeten eindrucksvoller. In der Nordhemisphäre wird 2005 mit einer Abweichung von +0,65 °C wahrscheinlich sogar das wärmste Jahr werden, das je gemessen wurde. Im September 2005 bedeckte das Meereis im Norden erstmals seit Beginn der Satellitenüberwachung in den 1970er-Jahren weniger als sechs Millionen Quadratkilometer. Typischerweise erreicht es in diesem Monat sein Minimum; über die letzten 25 Jahre ging die Ende September registrierte Meereisbedeckung um rund 8 % zurück. Einen wesentlichen Anteil an der Wärmeentwicklung hatte der Nordatlantik, dessen Oberflächentemperatur 2005 nach derzeitigem Datenstand den wärmsten jemals registrierten Jahresmittelwert aufwies. Besonders auffällig waren die ungewöhnlich hohen Abweichungen in einem Band um 50° Nord sowie die Rekordwerte in der Karibik und im tropischen Atlantik. Eine Folge war die extreme Dürre im Amazonasgebiet; die Ursache lag in verstärkter Verdunstung und Niederschlagsbildung über den warmen Meeresoberflächen, während in der benachbarten Region (Nordbrasilien) absinkende Luftbewegung und Wolkenauflösung vorherrschten. Eine Studie des Scripps-Institut für Ozeanographie zeigte erstmals, dass die anthropogene Erwärmung ausschlaggebend dafür ist, dass die Temperaturen in den obersten Schichten aller Ozeane steigen. Dieser Einfluss überwiegt bei weitem die Effekte natürlicher Klimavariabilität und externer Antriebe wie Veränderungen bei der Sonneneinstrahlung oder beim Vulkanismus. Beispiele für extreme Witterungsabläufe im Jahr 2005: * Zwischen Oktober 2004 und Juni 2005 betrug die Niederschlagssumme in Westfrankreich, Spanien, Portugal und Großbritannien nur die Hälfte des langfristigen Mittels. Die Folge: In Spanien und Portugal herrschte die schlimmste Dürre seit den 1940er-Jahren, die viele Waldbrände hervorrief. Und das nur zwei Jahre nach dem Jahrhundertsommer 2003. * In Australien war 2005 mit einer Abweichung von +1,75 °C über die ersten 5 Monate das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen 1910. * In Brasilien blieben die Niederschläge aus, was im Süden (Rio Grande do Sul) und im Amazonasgebiet extreme Trockenheit verursachte; die schlimmste Dürre seit 60 Jahren war die Folge. * Mumbai verzeichnete hingegen im Juli die höchste Niederschlagsmenge, die jemals in Indien innerhalb von 24 Stunden gemessen wurde.
(Quelle: Munich Re (Hrsg.) (2006): Jahresrückblick Naturkatastrophen 2005, Topics Geo, Edition Wissen, Eigenverlag) Kontakt: Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft, GeoRisikoForschung/Umweltmanagement Ansprechpartner Angelika Wirtz, Tel.: (089) 38 91-34 53, Fax: (089) 38 91-7 34 53, E-Mail: awirtz@munichre.com, http://www.munichre.com |
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