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Geplanter Freisetzungsversuch mit gentechnisch verändertem Weizen ist riskant, unsinnig und wirtschaftlich fatal

Angela von Beesten

Zusammenfassung
Aktuell von der Universität Rostock geplante wissenschaftliche Freisetzungsversuche mit gentechnisch verändertem Weizen in Thulendorf (Mecklenburg-Vorpommern) und Üplingen (Sachsen-Anhalt) werden kritisch hinterfragt. Im Gentechnik-Weizen wurde ein Gen eingebaut, das zur Produktion eines so bezeichneten ãKillerproteinsÒ führen und die Übertragung der Pilzkrankheit ãWeizenflugbrandÒ unterbinden soll.

Die Analyse der geplanten Freisetzung von gentechnisch verändertem Weizen ergibt:
- Unvorhersehbare Effekte sind vorprogrammiert, weil die Ausbreitung in der Nahrungskette nicht ausgeschlossen werden kann.
- Die gesundheitlichen Auswirkungen des gentechnisch veränderten Weizens sind nicht überprüft. Es ist zudem ein Skandal, dass bei den Freisetzungsversuchen die Anwendung von Antibiotikaresistenzgenen als Marker vorgesehen ist.
- Der Gentechnikweizen ist darüber hinaus unsinnig, weil in der konventionellen und ökologischen Weizenzüchtung genügend traditionelle Handelssorten bestehen, die gegen Weizenflugbrand resistent sind.
- Der Gentechnikweizen ist wirtschaftlich schädlich, weil das gute Image von Korn und Brot unnötig aufs Spiel gesetzt und damit z.B. der Landwirtschaft und dem Backgewerbe ein immenser wirtschaftlicher Schaden zugefügt werden kann.
Fazit: Das Grundnahrungsmittel Weizen muss gentechnikfrei bleiben.

Ein breites Bündnis von über 130 Landwirtschaftsorganisationen, Züchtern, Saatguterzeugern, Mühlen, Bäckereien, anderen Verarbeitungsunternehmen, Ärzte-, Umwelt- und Verbraucherschutzorganisationen sowie Stiftungen hat Ende März 2008 beim zuständigen Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin Einwand gegen die Freisetzungsversuche erhoben.

umwelt medizin gesellschaft 21(2): 131-141

Autorin: Angela von Beesten, Vorsitzende des Ökologischen Ärztebundes e.V., Auf der Worth 34, 27389 Vahlde, avonbeesten@dgn.de