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"Dick sein" beginnt bereits im Mutterleib

Die Wahrscheinlichkeit, als Jugendlicher oder Erwachsener an Diabetes, Adipositas oder einem Herzinfarkt zu erkranken, wird bereits im Mutterleib festgelegt. Sinnvolle Prävention muss deshalb bereits bei der schwangeren Mutter ansetzen.

Frau Dr. Bunge, Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages, sagte bei der Veranstaltung "Pädiatrie im Fokus - Prävention in der Kinder- und Jugendmedizin" der DGKJ: "Ein Präventionsgesetz für Kinder und Jugendliche wünsche ich mir ausdrücklich und hoffe auf einen baldigen gesellschaftlichen Kompromiss." Um das Präventionspotential für eine langfristige Gesundheit auszuschöpfen, appelliert Prof. Böhles, Präsident der DGKJ an die Politik: "Ein genereller Glukosetoleranztests für alle Schwangeren muss als Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinien aufgenommen werden. Säuglingsernährung muss bedarfsgerecht mit niedrigerem Proteingehalt produziert werden. Stillen ist immer noch die beste Möglichkeit, einen Säugling adäquat zu ernähren."

Prof. Plagemann von der Charité - Universitätsmedizin Berlin erläutert hierzu: "Die Ernährung, die Stoffwechselumgebung und die hormonelle Umgebung, in dem sich der Fetus entwickelt, spielen eine entscheidende Rolle. Störungen wie Fehl-, Unter- oder Überbelastungen können dabei zu Entwicklungsstörungen führen." Diese Störungen erhöhen später das Risiko, als Jugendlicher oder Erwachsener an Übergewicht, Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, erhöhter Stressempfindlichkeit, kognitiven Defizite oder erhöhter Autoimmunreaktivität zu erkranken.

Heute gelten in Deutschland etwa ein Drittel der Frauen im gebärfähigen Alter als übergewichtig. Übergewichtige Schwangere drohen in 10 % der Fällen einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln, der unbehandelt ernste Konsequenzen für das Ungeborene haben kann. Kinder der diabetischen Mütter entwickeln im späteren Leben mit einem etwa dreifach erhöhten Risiko selbst einen Diabetes und Übergewicht. In konkreten Zahlen ausgedrückt: im Jahr 2006 gab es 672.724 Lebendgeburten. Allein durch die adäquate Therapie des Schwangerschaftsdiabetes könnte bei der Hälfte der betroffenen Babys ein erhöhtes Übergewichtsrisiko vermieden werden, das entspricht in etwa 30.000 Kindern.

Prof. Koletzko, Vorsitzender der DGKJ-Ernährungskommission, setzte die Ausführungen seines Kollegen Plagemann fort: "Neben der enormen Bedeutung der prägenden Effekte im Mutterleib spielt die Ernährung im Säuglingsalter eine prägende Rolle. Viele Studien haben ergeben, dass eine Überfütterung durch zu proteinreiche Säuglingsnahrung und eine damit verbundene schnelle Gewichtszunahme das Risiko für die Ausbildung von Übergewicht und Adipositas enorm erhöht.

Ein positives Beispiel für eine optimale Beeinflussung des langfristigen Gesundheitszustands durch Säuglingsernährung ist das Stillen. Stillen hat langfristige Schutzeffekte, denn voll- und teilgestillte Säuglinge erkranken im späteren Leben seltener an Diabetes, Asthma und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, haben seltener Übergewicht und im Erwachsenenalter niedrigere Cholesterinwerte.

Dr. Schwanitz, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, hob zum Abschluss die Wichtigkeit des Präventionsgedankens hervor. Er betonte, "Auch in der Politik sei die Bedeutung der Ausschöpfung von Präventionspotentialen angekommen." Er ermutigte die DGKJ, die Politik beschleunigt auf den Weg dorthin zu bringen.

(Quelle: Pressemitteilung 11.4.2008)

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