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SPECT in der Umweltmedizin
Karl-Rainer Fabig

Zusammenfassung
Bei 186 Personen eines Gesamtkollektivs von 1.332 Fällen wurden SPECT, MRT und CCT parallel durchgeführt. Die Validität der Befunde in den drei bildgebenden Verfahren konnte somit überprüft werden.
173 von 1.332 SPECT-Untersuchungen des regionalen cerebralen Blutflusses (rCBF) seit 1986 waren neurologisch indiziert. Diese SPECT-Befunde wurden von der weiteren Auswertung ausgeschlossen. Die verbleibenden 1.159 Fälle waren entweder nicht (bzw. background-) exponiert oder gehörten verschiedenen Expositionsgruppen an.
Die qualitativ benannte Exposition wurde in vier Expositionskategorien nach ansteigender Expositionssicherheit (Anamnese, Umweltmonitoring, Biomonitoring, Umwelt- und Biomonitoring) geordnet.
Die Arzt-Patientenrelation (Hausarzt, Überweisung, Anfrage) wurde kontrolliert.
In einzelnen Expositionsgruppen wurden unterschiedlich ausgeprägte Häufungen von pathologischen SPECT-Befunden nachgewiesen.
Mit dem Fragebogen WHOQOL-BREF wurde die gesundheitliche Lebensqualität gemessen. Diese war bei Exponierten niedriger als bei Nichtexponierten. Im Bereich Psyche und mehr noch im Bereich Physis war die gesundheitliche Lebensqualität der Exponierten deutlich niedriger als die bekannten Werte einer Normalbevölkerung in Deutschland.
Die Minderung der gesundheitlichen Lebensqualität insgesamt korrelierte signifikant mit der gemessenen Minderung des rCBF.
Bei Lösemittelexponierten und Holzschutzmittelexponierten wurden Sensibilität und Spezifität des SPECT-Befundes bestimmt. Bei beiden Expositionsgruppen ergab sich eine etwa 75 %-ige Sensitivität. Die Spezifität der SPECT-Befundes bei Lösemittelexponierten lag bei 85%, bei Holzschutzmittelexponierten bei 72 %.
Die vorliegenden Daten über Expositionen und SPECT-Befunde sprechen dafür, dieses bildgebende Verfahren aus umwelt- und arbeitsmedizinischer Indikation einzusetzen, wenn eine lipophile Expositionen vorliegt bzw. eine toxische Enzephalopathie möglich erscheint.

Schlüsselworte:
Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT), regionaler cerebraler Blutfluss (rCBF), bildgebende Verfahren, Exposition zu lipophilen Substanzen, Monitoring, gesundheitliche Lebensqualität (WHOQOL), Neurotoxizität, toxische Enzephalopathie.

umwelt-medizin-gesellschaft 19(3): 200-206

Autor:
Karl-Rainer Fabig, 23.11.1943-28.5.2005, ehemals Hamburg.