Zusammenfassung
Hintergrund:
Vor kurzem wurde über die jahrzehntelange Verbindung eines schwedischen Umweltmediziners als Berater der Firma Philipp Morris berichtet, der zwei akademischen Arbeitgebern über seine Anstellung als Berater weder berichtet noch einen Interessenkonflikt in seiner Forschung erklärt hatte. Das Potential für Verzerrungen in der epidemiologischen Ermittlung von Gesundheitsgefährdungen und Risiken durch bezahlte Konsultanten, die sich als unabhängig präsentieren, besteht nicht allein für die Tabakindustrie.
Methoden:
Die Dokumentation wurde aus Angaben in Publikationen, Webseiten, Dokumenten der EPA, Universitätsberichten, der Wellcome Bibliothek Spezialsammlungen und der Washington Post zusammengestellt.
Ergebnisse:
Einige Beraterfirmen stellen Universitätsforscher für Industrieaufträge ein wodurch Verbindungen zur Industrie verschleiert werden in den Einkünften großer Abteilungen. Wenn die Industrieverbindung durch den Wissenschaftler geheim gehalten wird, können Verzerrungseinflüsse wegen Interessenkonflikten bei der Risikoschätzung nicht bewertet und richtig behandelt werden. Außerdem gibt es Gründe für die Annahme, dass Herausgeber und Mitarbeiter von Zeitschriften Publikationen mit wissenschaftlichen Ergebnissen unterdrücken, die im Gegensatz zur Industrie stehen, was Folge des internen Konflikts zwischen Integrität des Zeitschriftenherausgebers und wirtschaftlichen Belangen ist.
Schlussfolgerungen:
Beispiele dieser Probleme aus Schweden, dem Vereinigten Königreich und den USA werden dargestellt. Die in diesem Artikel zitierten Schwachstellen belegen den Bedarf an verbesserter Transparenz sowie von Regulierungen, die sowohl Missbrauch zügeln helfen als auch Instrumente für Kontrolle und Durchsetzung von Regeln gegen Missstände liefern können.
Secret Ties to Industry and Conflicting Interests in Cancer Research
Background
Recently it was reported that a Swedish professor in environmental health has for decades worked as a consultant for Philip Morris without reporting his employment to his academic employer or declaring conflicts of interest in his research. The potential for distorting the epidemiological assessments of hazard and risk through paid consultants, pretending to be independent, is not exclusive to the tobacco industry.
Methods
Documentation is drawn from peer reviewed publications, websites, documents from the Environmental Protection Agency, University reports, Wellcome Library Special Collections and the Washington Post.
Results
Some consulting firms employ university researchers for industry work thereby disguising industry links in the income of large departments. If the industry affiliation is concealed by the scientist, biases from conflicting interests in risk assessments cannot be evaluated and dealt with properly. Furthermore, there is reason to suspect that editors and journal staff may suppress publication of scientific results that are adverse to industry owing to internal conflict of interest between editorial integrity and business needs.
Conclusions
Examples of these problems from Sweden, UK, and USA are presented. The shortfalls cited in this article illustrate the need for improved transparency, regulations that will help curb abuses as well as instruments for control and enforcement against abuses.
Key Words: cancer research; conflicts of interest; consulting ethics; industry sponsors
umwelt medizin gesellschaft 20(3): 205-211
Korrespondenzadresse: Dr. Professor Lennart Hardell, Department of Oncology, University Hospital, 70185 Örebro, SWEDEN