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Übergewicht und Adipositas - eine Herausforderung für die öffentliche Gesundheit
Thomas Lob-Corzilius
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Zusammenfassung
Weltweit ist ein deutlicher Prävalenz und Inzidenzanstieg übergewichtiger und adipöser Kinder und Jugendlichen zu beobachten. Laut dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey 2006 sind in Deutschland 15 % aller Kinder und Jugendlichen im Alter von 3-17 Jahren übergewichtig, darin enthalten sind 6,3 % Adipöse. Wegen der Langzeitfolgen wie dem metabolischen Syndrom wird diese "Krise öffentlicher Gesundheit" zu einem deutlich erhöhten Verbrauch ökonomischer Ressourcen im Gesundheitswesen führen. Eine präventive öffentliche Gesundheitsstrategie muss die wesentlichen Ursachen von Übergewicht und Adipositas analysieren, die neben dem individuellen Ernährungs- und Bewegungsverhalten auch Umweltfaktoren wie Siedlungs- und Verkehrsstrukturen, ferner ernährungs- und sozialpolitische Verhältnisse umfassen. Die BMI-Definition der WHO ist bislang noch akzeptiert, aber problematisch, die epidemiologischen Daten und daraus gewonnenen Perzentilen sind interpretationsbedürftig. Als Ursachen für die ansteigende Prävalenz von Übergewicht und Adipositas werden auf der individuellen Ebene die genetische Disposition, das veränderte Ernährungs- und Bewegungsverhalten analysiert. Aus umwelt- und sozialmedizinischer wie Public Health - Sicht werden unter Bezug auf die WHO wesentliche zusätzliche Einflussfaktoren diskutiert: die Zunahme der Urbanisierung und der Motorisierung, die damit einhergehenden Veränderungen der Wohnumgebung von Kindern und Familien, ferner die Migration mit ihren spezifischen biosozialen und kulturellen Auswirkungen. Abschließend werden die Konsequenzen für wirksame Präventionsstrategien mit Verweis auf die 2005 erschienene Cochrane-Analyse diskutiert. Erfolgreiche Interventionen zur Verhütung von Übergewicht müssen deshalb immer Elemente der Verhaltens- und Verhältnisprävention einbeziehen, die am Beispiel der deutschen "Plattform Bewegung und Ernährung" skizziert werden.
umwelt medizin gesellschaft 20(3): 180-184
Autor: Dr. med. Thomas Lob-Corzilius, Kinder- und Jugendarzt, Allergologie, Pneumologie, Umweltmedizin, Kinderhospital Osnabrück, Iburgerstr. 187, 49082 Osnabrück
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