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Beziehungsgefüge des Lebendigen - Differenzierung und Zusammenspiel
Vortrag von Hans-Peter Dürr anlässlich der Jubiläumstagung "20 Jahre Ökologischer Ärztebund"

Heribert Wefers

Zusammenfassung
Das Lebendige scheint vor dem Hintergrund der Fortschritte in der molekularen Biologie und der Biomedizin in wachsendem Umfang erklärbar zu sein: Es lässt sich zunehmend auf zugrundeliegende molekulare Strukturen und darauf einwirkende Kräfte zurückführen. Damit wäre es auch weitgehend determiniert, wird oft gefolgert, allein die Komplexität der lebenden Systeme limitiere noch die Vorhersagbarkeit ihrer Entwicklung.
In der exakten Wissenschaft Physik ist eine gegenläufige Entwicklung festzustellen, die bemerkenswerterweise in den Nachbardisziplinen bisher wenig Widerhall findet: Die Elementarteilchen- und Quantenphysik haben längst Unschärfe und Indeterminiertheit als Phänomene der subatomaren Welt zur Kenntnis nehmen müssen. Der international renommierte Elementarteilchenphysiker Hans-Peter Dürr geht einen Schritt weiter. Er verbindet diese Erkenntnisse mit den Merkmalen des Lebendigen. Die Vielzahl der nicht vorher bestimmbaren und damit offenen Beziehungsgefüge sei gerade ein Wesensmerkmal für eine in jedem Augenblick stattfindende Entwicklung des Lebendigen, zwischen den Polen Differenzierung und Kooperation.

umwelt medizin gesellschaft 20(3): 219-223

Autor: Dr. Heribert Wefers, Naturwissenschaftler und Wissenschaftsjournalist, Verdener Str. 54, 28870 Ottersberg