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Zum Einfluß von Umweltchemikalien - insbesondere des Pestizids DDT -auf die prä- und frühpostnatale Gehirndifferenzierung sowie spätere Lernfähigkeiten und gesamtgesellschaftliche Qualitäten
Günter Dörner, Rainer H. Lehmann, Oliver Gewand und Rolf Lindner

Zusammenfassung
Nachdem Korrelationen zwischen dem DDT-Gehalt in der Muttermilch und der späteren physischen, psychischen und vor allem auch mentalen Leistungsfähigkeit bekannt sind, wurde ergänzend überprüft, ob mehrere in den letzten Jahren von der empirischen Bildungsforschung erhobene Befunde hiermit im Einklang stehen.
Der Vergleich der entsprechenden Daten verschiedener Länder legt nahe, dass die Unterschiede der mentalen Leistungsfähigkeit mit den unterschiedlichen Konzentrationen von DDT in der Muttermilch sowie dem Vorhandensein von sehr großen Agrarflächen mit offenbar besonders hohem Einsatz von Umweltchemikalien im Zusammenhang stehen.
Weiterhin konnten signifikante Korrelationen zwischen dem DDT-Gehalt in der Muttermilch, der Größe der Agrarflächen und der späteren mentalen Kapazitäten, der Reproduktion, Überalterung, Haushaltsschulden, Arbeitslosenzahlen und Lebenserwartungen nachgewiesen werden. Je größer der DDT-Gehalt in der Muttermilch und die Agraranbauflächen, umso niedriger waren die mentalen Kapazitäten, die Reproduktion und die Lebenserwartung und umso höher waren die Überalterung, die Haushaltsdefizite und die Arbeitslosenzahlen in den acht alten, statistisch vergleichbaren Flächenländern der BRD. Diese Befunde weisen darauf hin, dass eine prä- und frühpostnatale Optimierung der Umwelt nicht nur eine Primärprävention von gesundheitlichen, sondern auch von gesamtgesellschaftlichen Dauerschäden ermöglicht.

umwelt-medizin-gesellschaft 17 (4): 321-325
Korrespondenzanschrift: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Günter Dörner, Dr. rer.nat. Rolf Lindner, Universitätsklinikum der Humboldt-Universität zu Berlin (Charité), Institut für Experimentelle Endokrinologie, Schumannstraße 20/2, 10098 Berlin, e-mail: expendo@charite.de

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