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Unterschriftenübergabe des Freiburger Appell an WHO

Auf Initiative von Ärztinnen und Ärzten aus dem Umfeld der IGUMED wurde im Oktober 2002 der Freiburger Appell formuliert. Bis jetzt konnten ca. 36.000 Unterschriften aus ganz Europa, vor allem aber aus der Bundesrepublik, gesammelt werden.
Nachdem das Bundesumweltministerium bis zu letzt die Entgegennahme verweigerte, wurden die Listen jetzt der WHO übergeben.

Der Freiburger Appell vom Oktober 2002 stieß auf enormen Zuspruch. Das hese-project (human, ecologic, social and economic-project) und die IGUMED e.V. (Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin) organisierten und koordinierten diese bei vielen anerkannte und kritische Arbeit sehr vieler Bürgerinitiativen in Deutschland. Die Grundlagen für diese Arbeit kamen vor allem aus dem europäischen Ausland, die Salzburger und Wiener Erkenntnisse, aber auch Fakten aus Frankreich, Spanien und Israel. Es folgte im Jahre 2003 die Freiburger Erklärung, die Kasseler Petition, die Studie von Naila und im Februar 2005 der Bamberger Appell.

Die Umweltärzte wollten mit diesem Engagement auf die Sorgen und Ängste hinweisen, die sie in den Praxen für Umweltbelastete und Geschädigte beobachten konnten. Ohne eine umweltbewusste Einstellung sind chronischen Schäden und Belastungen im Frühstadium weder zu erkennen noch zu behandeln. Deshalb hatte sich die IGUMED aus Mangel an Erkenntnissen bezüglich der Effekte durch pulsierende, hochfrequente Strahlungen um dieses Thema gekümmert und zahlreiche Fälle gesammelt, bei denen ein Zusammenhang zwischen gesundheitlichen Störungen sowie Krankheiten und Mobilfunk, inklusive DECT-Telefone aufgedeckt wurde.

Eine Reihe von Symptomen und Beschwerden, die in einem Zusammenhang mit einer Exposition standen, konnten gefunden werden. Gleichzeitig haben viele Studien gezeigt, dass es Auswirkungen auf biologische Systeme (Zellen, Zellverbände, Nervengewebe und Blutzellen) und Nervenverbindungen gibt.

Lediglich aufgrund der Tatsache, dass kein akzeptiertes wissenschaftliches Modell existiert, wird ein schädigender Effekt von Mobilfunk oder DECT-Telefonen bzw. WLAN-Frequenzen von wissenschaftlichen und politischen Gremien systematisch verneint. Leider gibt es kaum unabhängige Forscher, die plausible Hinweise in wissenschaftliche Studiendesigns umsetzen können. Entweder fehlt es an finanziellen Ressourcen oder die Arbeitsgruppen sind zu klein oder es finden sich zu viele Einflussfaktoren, die ein eindeutiges Ergebnis unmöglich machen.

Der Freiburger Appell hat in den vergangenen Jahren insbesondere die gesundheitlichen Auswirkungen aus ärztlicher Sicht sowie den Vorsorgeaspekt in den Vordergrund gerückt. An der Unterschriftenaktion zum Freiburger Appell konnte auch die Bundesregierung nicht vorbeigehen, jedenfalls wurde anlässlich der 2. Fachkonferenz des BfS (Bundesamt für Strahlenschutz) 2003 in Berlin die Ärzteunterschriften an die Staatssekretärin im Bundesforschungsministerium Simone Probst übergeben. Das Bundesumweltministerium hatte sich allerdings bis zuletzt einer Übergabe der Unterschriften verweigert. So wurde jetzt die Gelegenheit genutzt, der WHO die Listen im Rahmen eines Workshops des International EMF Projects im Juni zu übergeben. Der Leiter der Abteilung EMF Dr. Repacholi nahm die Listen von Frau Dr. Selsam-Waldmann (Bamberg) entgegen. Die Initiative ging hierbei von der Vorsitzenden des Bundesverbandes der Elektrosensiblen Frau Dr. Stöcker aus.
Bei dieser Gelegenheit zeigte der Generaldirektor des Gesundheits- und Verbraucherschutzes der EU-Kommission P. Martin für diese Erkenntnisse und Annahmen der engagierten Ärzte wohlwollendes Interesse.

Auch wenn es in den vergangenen Jahren beim Thema EMF in Umweltverbänden und Bürgerinitiativen sehr viele kontroverse Debatten und Frustrationen gegeben hat, so war unserer Ansicht nach der Freiburger Appell für die öffentliche Diskussion wertvoll und hat für die meisten Menschen Denkanstöße auch in Bezug auf andere umweltrelevante Themen wie Gentechnik und Feinstäube bewirkt.

Kontakt:
Dr. Peter Germann
Köhlerstr.14
67549 Worms
Tel.:06241/58437
Fax : 06241/593844
dr.peter.germann@t-online.de


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