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Der Chemieunfall bei Hoechst 1993: ein Beispiel für die Behinderung der epidemiologischer Risikoforschung

Rainer Frentzel-Beyme

Zusammenfassung
Im Vergleich zu den mustergültig mittels eine Langzeitstudie erfassten Spätfolgen nach dem Chemie-Unfall 1976 in Seveso ist die nunmehr 13-jährige Parallele in Deutschland nach einem Störfall 1993 in einer Anlage der damaligen Hoechst AG eine Chronologie der Behinderungen.
Das Phänomen der Störung bzw. Einflussnahme bei der Untersuchung solcher Störfälle existiert für epidemiologische Kohortenstudien ganz generell und führt häufig zur Unterschätzung der wahren Höhe eines Risikos, wenn überhaupt eine vollständige Erfassung der Risikobevölkerung gelingt und danach auch die notwendige Finanzierung für eine Langzeitforschung erfolgt.
Die Forschungen nach dem Störfall begannen hoffnungsvoll. Nach der anfänglichen Datenerhebung 1995 kam es allerdings bis heute nicht zu einer Erfassung der Morbidität und Mortalität der betroffenen Personengruppen in Hinblick auf chronische Erkrankungen wie z. B. Krebs.

umwelt-medizin-gesellschaft 19(4): 291-294

Autor: Prof. Dr. med. Rainer Frentzel-Beyme, Oberneulander Landstr. 6, 28355 Bremen, E-Mail: beyme@uni-bremen.de