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Luxembourg Appeal fordert Verbot von Quecksilber in Zahnamalgam


Am 10. November 2007 wurde in Luxemburg anlässlich eines internationalen Symposiums der "Luxembourg Appeal" ausgerufen, der ein sofortiges internationales Verbot von Quecksilber in Zahnamalgam verlangt.

Am 10.11.2007 trafen sich in Luxemburg, auf Einladung der Aktionsgruppe für Umwelttoxikologie (AKUT asbl) Luxemburg und der European Academy for Environmental Medicine (EUROPAEM) unter der Schirmherrschaft des Luxemburger Gesundheitsministeriums namhafte Wissenschaftler, Forscher, Umweltmediziner, Ärzte und Zahnärzte sowie Vertreter von Politik und NGOs und Patientenorganisationen, um auf die erheblichen Gesundheits- und Umweltrisiken von Quecksilber in Dentalamalgam aufmerksam zu machen. Im Anschluss an diese internationale Konferenz veröffentlichten sie einmütig den „Luxembourg Appeal“ an die Adresse der Europäischen Kommission, des Europaparlamentes und an die Adresse aller nationalen Gesundheitsbehörden innerhalb und außerhalb Europas, um schnellstmöglich ein Verbot von Quecksilber in Dentalmaterial zu verfügen. Die Veranstalter rufen auf, den Appell durch eine Unterschriftenaktion, die bis Ende des Jahres andauern soll, zu unterstützen.

Luxembourg Appeal

Die Unterzeichnenden, Teilnehmer dieser internationalen Konferenz von Luxemburg und/oder Unterstützer der Ziele dieser Konferenz sind der Meinung, dass:

- ausgehend von der wissenschaftlich unstrittigen Toxizität und des Gesundheit und Umwelt schädigenden Potentials von Quecksilber und von Quecksilberverbindungen,
- in Kenntnis der Bemühungen der UNEP sowie der Mitteilung der EU-Kommission an den Rat und das Europäische Parlament zu der Gemeinschaftsstrategie für Quecksilber,
- in Kenntnis der Entschließung des Europäischen Parlaments zu der Gemeinschaftsstrategie für Quecksilber und der darin enthaltenen Infragestellungen und Vorbehalte gegenüber dem Gebrauch von Quecksilber in Dentalamalgam,
- unter Hinweis darauf, dass seit längerem schon auf europäischer und internationaler Ebene unabhängige Wissenschaftler und Forscher, Umweltmediziner, kritische Ärzte und Zahnärzte sowie Vertreter von NGOs und Patientenorganisationen eindringlich vor der Weiterverwendung von Quecksilber gerade auch im Dentalbereich warnen,
- angesichts der Tatsache, dass diese Warnungen sich unter anderem auch auf die Anforderungen des Vorsorgeprinzips und einer präventiven Umwelt- und Gesundheitspolitik stüzen.
- angesichts der Tatsache, dass gleichzeitig die wissenschaftliche Evidenz sich verdichtet, dass Quecksilber aus Dentalamalgam konkret in vielen Fällen zu vielfältigen gesundheitlichen Störungen oder chronischen Erkrankungen führt,
- gestützt auf die Tatsache, dass Dentalamalgam keine Legierung, sondern nur eine Mischung darstellt und somit zu einer fortlaufenden Freisetzung von Quecksilber und anderen Schwermetallen führt,
- ausgehend von der Tatsache, dass sowohl Zell- und Tierversuche wie Obduktionsstudien an Menschen starke Hinweise geben auf Anreicherung von Quecksilber in menschlichen Zellen, Geweben und Organen,
- in der Erwägung, dass vor allem von Zahnamalgam freigesetzter Quecksilberdampf in Zellen und Geweben aufgenommen und akkumuliert wird,
- ausgehend von der Tatsache, dass diese direkte Speicherung von Quecksilber aus Dental-Quecksilberdampf eine primäre Akkumulation darstellt additiv zu anderen Quecksilberquellen, die aus der Anreicherung von Quecksilber aus der tierischen und menschlichen Nahrungskette stammen,
- in der Erwägung, dass diese Akkumulation von Quecksilber chronische Erkrankungen hervorrufen kann, abhängig von der Dosis, der Einwirkzeit, der individuellen Suszeptibilität und dem genetisch geprägten und erworbenen Zustand der Detoxifikationsmechanismen,
- unter Hinweis darauf, dass Quecksilber aus Dentalamalgam in den Industrieländern gleichfalls die zweitgrößte Belastungsquelle mit Quecksilber für die Umwelt und damit für die menschliche Ernährung darstellt,
- in Kenntnis des gesundheitlichen Schädigungspotentials von Quecksilber, insbesondere
* der Zelltoxizität und der toxischen Schädigung der Zellmembranen,
* der Neurotoxizität,
* der Immunmodulation und Immuntoxizität,
* der endokrinen Schädigungsmuster,
* der Risiken für Fertilität,
* die embryonale und fötale Entwicklung (perinatale Schädigungen),
- in der Erwägung, dass daraus folgend zahlreiche Gesundheitsstörungen, inflammatorische, chronisch degenerative und zum Teil schwerwiegende, chronische Krankheiten initiiert werden können,
- beachtend, dass in diesem Zusammenhang immer mehr wissenschaftliche Studien Hinweise liefern und Assoziationen herstellen zwischen der Verwendung von Quecksilber in Dentalamalgam sowie anderen Dentalmetallen und häufiger auftretenden schweren Erkrankungsbildern,
- schlussfolgernd, dass Quecksilber in Dentalamalgam zahlreiche Menschen, vor allem auch schon das werdende Leben vor, während und nach der Schwangerschaft unverantwortbaren Gesundheitsrisiken aussetzt

die EU-Behörden, die WHO sowie die nationalen Gesundheitsbehörden in Europa diese immer zahlreicheren Warnungen jetzt ernsthaft zur Kenntnis nehmen müssen.

Daraus folgernd muss die Anwendung von Quecksilber in Dentalmaterialien schnellstmöglich verboten werden.

(Quelle: Pressemitteilung 12.11.2007; Wortlaut des Luxembourg Appeal unter www.europaem.org; dort auch weitere Unterlagen zur Unterschriftennaktion)

Kontakt:
Dr. Peter Ohnsorge, Geschäftsführender Vorstand
European Academy for Environmental Medicine
Juliuspromenade 54
D-97070 Würzburg
Tel.: +49 (0)931 3534830
Fax: +49 (0)931 573131
e-mail: europaem@europaem.de