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Genetische Variation im Kontext von Ätiologie und Therapie kindlicher akuter lymphoblastischer Leukämie

Martin Stanulla, Barbara Meissner, Dorothee B. Bartels

Zusammenfassung
Die akute lymphoblastische Leukämie (ALL) ist die häufigste bösartige Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Wenngleich betreffend der Ätiologie der kindlichen ALL noch immer viele Unklarheiten bestehen, konnten in den vergangenen Jahren Hinweise darauf gewonnen werden, dass bei der Entstehung dieser Erkrankung, genetische Suszeptibilität und Umweltexposition gleichermaßen eine Rolle spielen. Der vorliegende Übersichtsartikel möchte aber nicht nur einen kurzen Einblick zu Aktivitäten auf dem Forschungsfeld der genetischen Variation im Kontext der Ätiologie kindlicher ALL vermitteln, sondern darüber hinaus auch eine Brücke in den therapeutischen Bereich schlagen. Hier erfährt die genetische Variation als potentieller Einflussfaktor auf Therapietoxizität und Langzeitüberleben bereits seit geraumer Zeit besondere Aufmerksamkeit. Eine zukünftige sinnvolle medizinische Nutzung von Informationen zu genetischer Variation im Sinne von Präventionsstrategien und Therapieoptimierung als Anwendungsbereich heutiger Forschung wird jedoch voraussetzen, dass die zur Zeit bestehenden enormen labortechnischen Möglichkeiten von entsprechenden methodologisch fundierten und gut überlegten Studiendesigns begleitet werden, die die zahlreichen Probleme bezüglich der Evaluation genetischer Variation im Kontext relevanter Endpunkte angemessen berücksichtigen.

Abstract


Genetic variations in the association with the etiology and treatment of the childhood acute lymphoblastic leukemia

Acute lymphoblastic leukemia (ALL) is the most common malignant disease in
children. Although several issues with regard to its etiology still remain
unresolved, there is increasing evidence for a role of both genetic
susceptibility and exposure to environmental trigger processes in childhood
ALL. This short review would like to present a brief insight into research
activities related to aspects of genetic variation in association with the
etiology and also treatment of childhood ALL. However, despite the current
enormous technical laboratory possibilites and the associated perspectives
in the health care sector, the potential future use of information on
genetic variation in order to guide preventive as well as therapeutic
strategies will strongly depend on adequate translational research
strategies.


umwelt medizin gesellschaft 20(4): 273-279

Autoren: Prof. Dr. med. Martin Stanulla, M.Sc., Dr. med. Barbara Meissner, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Medizinische Hochschule Hannover; Dr. rer. biol. hum Dorothee B. Bartels M.Sci. Epi., Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Medizinische Hochschule Hannover.
Korrespondenzadresse: Prof. Dr. med. Martin Stanulla, M.Sc., Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Medizinische Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Tel.: (+49) 511-532 6712, Fax: (+49) 511-532 9029, E-Mail: stanulla.martin@mh-hannover.de