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Zelluläre und humorale Immunabweichungen bei Golfkrieg-Veteranen
Für immunologische Tests untersuchten wir 100 symptomatische Golfkrieg-Veteranen (Patienten) und 100 Kontrollprobanden. Veteranen wurden mit Kontrollprobanden verglichen hinsichtlich des Prozentsatzes an T-Zellen (CT3), B-Zellen (CD 19), des Verhältnisses von Helfer- zu Suppressorzellen (CD4:CD8), Aktivität natürlicher Killerzellen (NK), mitogenetische Antwort auf Phytohaemagglutinin (PHA) und Pokeweed-Mitogen (PWM), Immunkomplexspiegel, Autoantikörper gegen Myelinbasisprotein (MBP) sowie glattes und gestreiftes Muskelgewebe, Antikörper gegen Epstein-Barr-Virus, Cytomegalievirus, Herpes simplex Virus Typ 1 und Typ 2 (HSV-1, HSV-2), Humanes Herpesvirus Typ 6 (HHV-6) und Varizella-Zoster-Virus (VZV).
Der Prozentsatz an TZellen war bei den Patienten nicht signifikant verändert, wohingegen ein signifikant höherer Anteil der Patienten eine erhöhte Menge an T-Zellen im Vergleich zu den Kontrollprobanden aufwies. Der Prozentsatz an B-Zellen bei den Patienten war gegenüber den Kontrollprobanden signifikant erhöht. Die Aktivität der NK-Zellen war bei den Patienten signifikant verringert (24,8 ds ± 16,5 lytische Einheiten) gegenüber den Kontrollpersonen (37,3 ± 26,4 lytische Einheiten). Der Anteil an Patienten mit schwächer als normalen Reaktionen auf PHA und PWM war signifikant verschieden von dem der Kontrollprobanden. Der Immunkomplexspiegel zeigte sich bei den Patienten erhöht (53,1 ± 18,6; Durchschnitt ± Standardabweichung) gegenüber den Kontrollen (34,6 ± 14,3). Die Titer von Autoantikörpern gegen MBP sowie glattes und gestreiftes Muskelgewebe waren im Vergleich zu Kontrollprobanden bei den Patienten signifikant erhöht. Schließlich wiesen Patienten signifikant höhere Titer von Antikörpern gegen die genannten Viren auf als Kontrollprobanden (p<0,001).
Diese Veränderungen der Immunreaktionen wurden 2-8 Jahre nach der Teilnahme am Golfkrieg nachgewiesen. Sie stimmen mit Immunveränderungen überein, die infolge unterschiedlicher Umweltbelastungen auftreten. Wir schließen daraus, dass das Golfkrieg-Syndrom eine Krankheit mit vielen Facetten ist, die mit Funktionsveränderungen des Immunsystems einhergeht; diese Funktionsveränderungen können von verschiedenen Faktoren ausgelöst werden und stehen wahrscheinlich mit dem chronischen Müdigkeitssyndrom in Verbindung.
(Quelle: VOJDANI, A. & J. D. THRASHER (2004): Cellular and Humoral Immune Abnormalities in Gulf War Veterans, Environmental Health Perspectives 112(8): 840-846)
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