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Umweltmedizinische Hilfe für die Opfer des Irakkrieges
Aufruf zur Bildung einer Arbeitsgruppe umweltmedizinischer Fachkräfte

Der Krieg im Irak fordert nicht nur unzählige Menschenleben, endloses Leiden und schwere gesundheitliche Folgeschäden, sondern dieser Krieg ist auch ein Krieg gegen die Umwelt. Schwere Umweltschäden sind zu erwarten. In den vorangegangenen Golfkriegen oder den Kriegen auf dem Balkan waren u.a. folgende massive Umweltgefahren erkennbar:
Ölfelder brannten, mit einer Belastung der Luft durch die Produkte unvollständiger Verbrennung und Partikel, sowie einer Belastung der Böden mit Öl u.a. Schadstoffen.
Urangeschosse wurden verwendet, mit der Folge einer Belastung mit radioaktiven Materialien.
Chemieanlagen u.a. Industrieanlagen wurden zerstört, mit einer Belastung der Böden und der Luft mit Schwermetallen, Produkten der unvollständigen Verbrennung, Partikeln u.a. Luftschadstoffen, bis hin zu einer massiven PCB und ev. Dioxinbelastung.
Wasser, Boden, Luft und Nahrung werden durch die entstehenden Schadstoffe massiv belastet werden. Insbesondere Kinder, Schwangere und Alte zählen zu den besonderen Risikogruppen.

Als Ärzte werden wir den Lauf der Weltgeschichte alleine durch Boykottaufrufe oder Demonstrationen nicht ändern. Dies können wir nur als Bürger gemeinsam mit allen anderen Bürgern versuchen. Statt gegen Bush und Saddam einen Kampf gegen Windmühlräder zu führen, schlägt der Ökologische Ärztebund vor, unsere ärztliche Sachkompetenz zu bündeln, und uns den Opfern zuzuwenden.

Es erscheint dem ÖÄB sinnvoll, eine „Task Force for Irak - Environmental Medicine“ zu gründen. Dazu möchte der ÖÄB eine Arbeitsgruppe gründen, Bündnispartner national und international suchen, versuchen Politiker zu sensibilisieren.

Diese Task force soll in der Lage sein, fachkompetent nationalen und internationalen Hilfsorganisationen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Dazu gehören Fachkenntnisse in Diagnostik, Therapie und Prävention umweltbedingter Erkrankungen, die im Kriegsgebiet angewandt werden können. Es ist damit zu rechnen, dass es ist nötig, Proben zu sichern (Umweltmonitoring, Biomonitoring, Effektmonitoring); medizinische Diagnsotik und Therapie anzubieten, präventivmedizinische Empfehlungen abzugeben. Sowohl die Bundesregierung, als auch nationale und international Hilfsorganisationen sind mögliche Ansprechpartner für diese Arbeitsgruppe.

Rückmeldungen, Ideen bitte an den ökologischen Ärztebund oekologischer.aerztebund@t-online.de

Dr. Stephan Boese-O´Reilly, Kinderarzt-Umweltmedizin, Lindenschmitstr. 35, D-81371 Muenchen, Tel ++49-89-747904-40 Fax –41, umwelt@boese-o-reilly.de; www.boese-o-reilly.de .

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