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Passivrauchen: Umweltschadstoff Nummer 1 für Kinder
Regina Rasenack
Zusammenfassung
Tabakrauch ist mit Abstand der bedeutendste und gefährlichste vermeidbare Innenraumschadstoff. Der Rauch jeder einzelnen Zigarette enthält mehr als 4.000 Chemikalien, darunter zahlreiche toxische und krebserregende Stoffe. Rauchen ist nicht ausschließlich ein vom jeweiligen Raucher persönlich zu verantwortendes Gesundheitsrisiko. Vielmehr erleiden auch tabakrauchbelastete Nichtraucher teils schwerwiegende Gesundheitsschäden. In öffentlichen Einrichtungen nehmen täglich Millionen Nichtraucher die in Tabakrauch enthaltenen Schadstoffe auf. Insbesondere Kinder sind dem Tabakrauch schutzlos ausgesetzt, da sie ihre verrauchte Umgebung nicht einfach meiden können. In Deutschland lebt etwa jedes 2. Kind in einem Haushalt, in dem mindestens eine Person raucht. Jedes 5. Kind ist bereits im Mutterleib durch Tabakrauch gefährdet. Trotz allgemein bekannter negativer Auswirkungen des Rauchens, wie Früh- und Mangelgeburten, sowie Atemwegserkrankungen, erhöhtem Risiko für plötzlichen Kindstod (SIDS) und Verhaltensstörungen (ADHS) bei Kindern von Raucherinnen, schaffen es unter den bisherigen Bedingungen nur 30 % der Raucherinnen abstinent zu werden. Da die Motivation von Frauen mit dem Rauchen aufzuhören in einer Schwangerschaft am größten ist, muss diese Zeit unbedingt genutzt werden, um eine Verhaltensänderung herbei zu führen. Die Abstinenzrate ist am höchsten, wenn eine Unterstützung von verschiedenen Berufsgruppen (Ärzte, Hebammen, Pflegeberufe, Sozialpädagogen) möglichst oft und multimodal (persönliches Gespräch, schriftliches Material, Notfalltelefon) gegeben wird. Die Kompetenz in Suchtmedizin muss bei allen Ärzten gefördert werden, insbesondere bei Frauenärzten und Kinderärzten. Eine breite konzertierte Aktion von Politikern und Entscheidungsträgern in Bund und Ländern gemeinsam mit Ärzten und anderen Gesundheitsberufen, Wissenschaftlern und Medienfachleuten ist notwendig, um die Tabakrauchbelastung von Kindern zu senken, damit die Gesundheit der Bevölkerung und insbesondere zukünftiger Generationen zu schützen und vor tabakrauchbedingten Gesundheitsschäden zu bewahren.
umwelt-medizin-gesellschaft 17 (3): 229-233
Autorin: Dr. med. Regina Rasenack, Universitäts-Frauenklinik, Abt. Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Hugstetter Str. 55, 79106 Freiburg
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