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Zentrale neurologische Abweichungen und Multiple Chemikalien-Unverträglichkeit durch chronische Toluol-Belastung

Multiple Chemikalien-Unverträglichkeit (MCS) ist ein Syndrom, bei dem bei niedrigschwelliger chemischer Belastung eine Vielzahl an Symptomen auftritt; ob es sich dabei um eine organische Krankheit aufgrund von Umweltbelastungen oder um eine psychische Störung handelt, ist strittig.
Wir berichten über einen 38-jährigen, männlichen Arbeiter unter chronischer Toluolbelastung, der Symptome entwickelte wie Herzklopfen, Schlaflosigkeit, Schwindel mit Kopfschmerzen, Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, Euphorie während der Arbeit und Depression am Wochenende.
Nach Einstellung der Belastung ergaben Nachuntersuchungen mit neurologischen Verhaltenstests, einschließlich kognitiver Fähigkeitstests und der Mini-Mental-Statusuntersuchung, graduelle Verbesserungen bis hin zum Normalstatus. Obwohl keine weitere Toluolbelastung zu verzeichnen war, traten erneut unspezifische Symptome auf, gefolgt von Beklemmungen und Schlafstörungen, sobald der Betroffene Autoabgase oder Farbe roch, oder wenn er eine Tankstelle aufsuchte. Während des Klinikaufenthaltes zur Durchführung eines Toluolprovokationstests ergaben sich keine Unterschiede hinsichtlich PaCO2, PaO2, SaO2 und Lungenfunktion vor und nach der Provokation, mit Ausnahme einer gelegentlich beschleunigten Pulsrate. Die klinischen Befunde legen nahe, dass für MCS eher psychophysiologische als pathophysiologische Faktoren maßgeblich sind.

(Quelle: LEE YL, PAI MC, CHEN JH & YL GUO (2003): Central neurological abnormalities and multiple chemical sensitivity caused by chronic toluene exposure. Occup Med (Lond) 53 (7): 479-482; Übersetzung des Summary: Dr. M. Deu)

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