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Der Freiburger Appell - ein neuer Aspekt in der öffentlichen Diskussion über elektromagnetische Felder
Eine kritische Stellungnahme aus umweltmedizinisch-wissenschaftlicher Sicht

Thomas Eikmann und Caroline Herr

Zusammenfassung
Seit Oktober 2002 wendet sich die Interdisziplinäre Gesellschaft für Umweltmedizin (IGUMED) mit dem „Freiburger Appell“ mit „großer Sorge“ an die „Ärzteschaft, an Verantwortliche in Gesundheitswesen und Politik sowie an die Öffentlichkeit“. Auf insgesamt drei Seiten werden das Auftreten bestimmter Symptome und Erkrankungen in der Bevölkerung mit dem „Beginn einer Funkbelastung“ in einen direkten Zusammenhang gebracht. Angesichts dieser nach dem Freiburger Appell „beunruhigenden Entwicklung“ werden weitergehend in dem Papier „Sofortmaßnahmen und Übergangsregelungen“ gefordert, mit dem Gesamtziel der „massiven Reduzierung der Grenzwerte“ (für elektromagnetische Felder) und weiterer Maßnahmen u.a. gegen den Ausbau der Mobilfunktechnologie, Verbot der Handynutzung in Kindergärten oder Überarbeitung des DECT-Standards für Schnurlostelefone. Darüber hinaus werden aber auch Forderungen zur Aufklärung der Bevölkerung und zur „Industrie unabhängigen Forschung“ gestellt. Die Erstunterzeichner sind überwiegend Ärztinnen und Ärzte aus dem niedergelassenen Bereich.

Wegen der dramatischen Schilderung der aufgeführten Symptome, Symptomatiken und Erkrankungen und der sich daraus ergebenden tiefgreifenden Forderungen kann dieser inzwischen weit verbreitete Aufruf sicherlich nicht mehr ignoriert werden, sondern es erscheint vielmehr erforderlich, sich mit ihm inhaltlich auf einer sachlichen, wissenschaftlich fundierten Basis auseinander zu setzen. Im Folgenden sollen daher die inhaltlich wichtigsten Punkte des Freiburger Appells dargestellt werden, um dann im Einzelnen aus umweltmedizinischer Sicht dazu Stellung zu beziehen. Der vollständige Text des Freiburger Appells kann unter http://www.elektrosmognews.de/FreiburgerAppell.pdf im Internet aufgerufen werden.

umwelt-medizin-gesellschaft 17 (1): 11-14

Autoren: Prof. Dr. Thomas Eikmann, Dr. med. Caroline Herr, Institut für Hygiene und Umweltmedizin, Universität Giessen, Friedrichstr. 16, 35392 Giessen, thomas.eikmann@hygiene.med.uni-giessen.de